DAV unterwegs - Blüten im Umlauf im "Nicht-Blümchenpflücker-Tempo"

I. Aprileske Hochgefühle in der Eifel…

 


Blüten im Umlauf im "Nicht-Blümchenpflücker-Tempo" danke Jens!
Länge: 39,1 km, 8:04:55 Stunden, Aufstieg: 1344m Abstieg 1599m

 

 

(Blütenmeer und mehr: Konditionstraining mit den DAV Kölner Alpinisten - zwei Gipfel ohne Blasenkandidat)

 

5:00 Uhr Wuppertal– der Wecker klingelt, ich stehe auf obwohl ich die halbe Nacht wach lag. Draußen ist es schon etwas hell! Heute soll es in die Eifel gehen, ganz genau nach Monschau. Ich bin aufgeregt – 38 km – schaffe ich das? Ich bin ja oft vom Größenwahnsinn getrieben aber heute muss ich es auch packen.

 

Geplant ist eine Rundwanderung über Perlenbach- und Fuhrtsbachtal (Naturschutzgebiet mit wild wachsenden gelben Narzissen, nur so zur Info), Döppeskaul, dann acht Kilometer Belgien: Truppenübungsplatz Elsenborn mit Krockesbach und Bielei, Galgenberg, am Jägersief entlang über die Grenze, weiter nach Kalterherberg, Exklave Ruitshof, hinauf zur Richelsley mit dem sechs Meter hohen Kreuz im Venn, dann durch Fichtenwald hinunter nach erneuter Querung der ehemaligen Vennbahntrasse nach Gut Reichenstein. Entlang des verschlungenen Rurtales bis Monschau, dann zurück entlang des Perlenbachtals und der Perlenbachtalsperre, hinauf nach Monschau-Höfen.


8:15 Uhr Monschau-Höfen – alle sind da und bereiten sich vor. Einige, ich inkl., suchen eine Stelle für die Notdurft. Vergeblich! Wir starten und laufen über eine nasse Wiese, innerhalb von 5 Minuten ist die untere Hälfte der Hose nass –Schuhe sind wasserdicht, Gott sei Dank! Uns stellt sich ein Zaun in den Weg, drunter, drüber, irgendwie durch, Rucksack über und Judorolle unter dem Zaun – und dann stehen alle in einem kleinen Wald. Prima – Kollektives Pipi-Machen – Jungs schauen sich die Wolkenformation an: „Wird es Regen geben?“

 

Weiter geht es – wir stürzen im Eiltempo, vom Stier getrieben, den Weg hinunter – irre (schön)  – jemand rutscht auf dem nassen, feuchten, teilweise schlammigen Bode aus. Egal, aufstehen und weitergehen.

 

Es geht zügig strammen Schrittes, auf und ab, hoch und runter, auf befestigten Wegen und dann, die erste, außerhalb des Naturschutzgebietes, Off-Trail Kraxeleinheit – aus heiterem Himmel. War klar, einfach mal so, vom Weg ab, links Schräghang rauf – Chapeau! Mir war ab dem Moment dann auch klar, was mich auf den weiteren Kilometer erwartet. Oben angekommen, ging es wieder runter, zurück zum ursprünglichen Weg.

 

So ging es Kilometer für Kilometer, mit Sonne, Regen, Hagel im „Nicht-Blümchenpflücker-Tempo“ entlang der rauschenden Rur, den hübschen Narzissenwiesen - mal mehr mal weniger- über und unter Zäune, durch Zeckenginster, immer wieder über Stock und Stein, selbstverständlich Auf und Ab, bis wir dem Stier, tatsächlich auf einer offenen Wiese gegenüberstehen. Dieser ist mindestens genauso überrascht, uns zu sehen, wie wir so aus dem Unterholz kommend, plötzlich da stehen: "Jens, stand der auf der Tourenbeschreibung?"

Wir bewegen uns dezent rückwärts und er, nach anfänglicher Schockstarre, davon.

 

Zwei Pausen, bei Kilometer 17 und 32, nicht wirklich Zeit für Fotos, immer wieder die wilden Narzissen schnell im Vorbeirauschen knipsen oder die Landschaft. Der mentale Wanderhöhepunkt versetzt mich ab Kilometer 20 in Wanderrausch und bei 30 ins Wanderfieber. Die Pause stört mich persönlich bei 32. Ich scharre mit den Füßen, Innobar Riegel futtern http://www.innosnack.de/, Bilder gucken und feststellen dass es den Füßen dank Wrightsock http://www.wrightsock.de/ (Jaaa) gut geht– endlich geht es weiter…. Jens kündigt einen kleinen Aufstieg an – wunderbar – endlich wieder rauf!  

Das ganze gefühlte 100 x  irgendwo dazwischen Gipfelfoto schießen, bis wir wieder in Monschau-Höfen sind– alle sind glücklich, 39,1 kein Fieber nur Kilometer, alle ab ins Auto, alle fahren Heim und ich????

Ich will nicht bleiben – Heimweh –ab nach Hause! Schön war es! Gerne wieder…eure WanderScha

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Andrea (Montag, 18 April 2016 08:08)

    Hallo liebe Wanderscha ,
    ein toller Bericht. Locker, flockig zu lesen und ein Schmunzeln huscht einem auch übers Gesicht. Eine Mords- Wanderung Hut ab. Da war Wanderscha im Wanderrausch.

    Lieben Gruß
    Andrea

  • #2

    Wanderscha (Montag, 18 April 2016 08:13)

    Dankeeee ja von Wanderrausch bis hin zum Wanderfieber - später kopflos - war alles dabei :-)
    Ich will mehr - 70km?
    Gruß WanderSchafieber

  • #3

    Anja (Montag, 18 April 2016 10:23)

    Super cool geschrieben. Da wäre ich gerne dabei gewesen.......du flotte Biene!

  • #4

    Wanderscha (Montag, 18 April 2016 20:37)

    Daaaankeschön....Jaaaa WanderBiene...merke ich mir für den Sommer :-)
    Viele Grüße :-)

  • #5

    WanderUwe (Sonntag, 24 April 2016 17:32)

    Hi Wanderscha,
    Respekt, 39 KM in 8 Std. da bleibt wirklich nicht viel Zeit zum passieren. Immerhin war noch die Zeit für ein paar ganz nette Foto´s. Aber die Truppe zieht einen mit oder man selber zieht die Truppe mit. Bei Dir glaube ich, dass Du es bist die die Truppe mitzieht wenn Du in der letzten Pause mit den Hufen gescharrt hast. Vielleicht bist Du ja eher ein Wanderscha(f) das die Herde anführt.
    Jedenfalls wirst Du alles erreichen, was Du erreichen willst und wenn es eine größere Distanz sein soll, wirst Du Dich auch der annähern können wenn Du willst. Die Strecke wächst mit dem erreichen der eigenen selbstgesetzten Ziele und motiviert seine eigenen Grenzen neu zu stecken.
    30 KM habe ich auch schon mehrmals geschafft und ich gehöre wohl auch eher zu den Leittieren. Aber über die Jahre kommt es mir weniger auf die Länge der Strecke an, als auf die Internsität mit der ich die Wanderungen genieße und mir die Landschaft und die ein oder andere Pflanze, einen Pilz oder einen Stein oder ein schönes Gebäude oder (Industrie)denkmal genauer anschaue.
    Viel Freude auf verwunschenen Pfaden und tolle Entdeckungen wünscht
    WanderUwe