Zu Fuß über die Alpen 2016

derzeit in Berabeitung


Von Oberstdorf nach Meran - Bozen in 9 Tagen

Das Interesse an Fernwanderungen wie z. B. die klassische Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran, wird immer beliebter.  Im Netz findet man schon einige Tipps, aber ich persönlich haben es gerne kompakt in der Hand, um auch unterwegs immer wieder mal nachzuschauen. Nicht immer hat man hoch oben Empfang und das Wetter kann einem die noch so ausgetüftelte Tour - madig machen. Du muss evtl. plötzlich eine ander Routen nehmen, weil Schneefelder dir den Weg versperren oder Unwetter dir den geplanten Weg nicht erlauben.

 

 Ich bin diese Tour im Juni 2016 mit meiner Tochter gewandert und kann sie sehr empfehlen – deswegen hier einige Tipps und unsere Tour im Detail.

 

Geplant habe ich alles im Voraus, mit dem Rother Wanderführer E5. In diesem Wanderführer findest du einfach alles, was du für eine Alpenüberquerung brauchst. Die Hütten habe ich überwiegend online über Hütten Holiday gebucht.  Du kannst jedezeit auch Umbuchungen vornehmen oder stornieren. Das ist sinnvoll, denn zur Hochsaison sind die Hütten ausgebucht. So sind dir auf deiner Lieblingshütte die Übernachtungen auf jeden Fall save.


Von Oberstdorf (814m) nach Kemptner Hütte(1844)

Länge ab Oberstdorf ca. 16 km Gehzeit ca. 4 Stunden ohne Pause.

 

Mit dem Zug sind wir nach Oberstdorf gefahren, einen Tag vor dem gepanten Aufstieg. Ich dachte es wäre besser in Ruhe anzureisen, man weiß ja nie was so unterwegs passiert. Und tatsächlich, unser Zug hatte einen Defekt und wir mussten 2 Stunden Verspätung in Kauf nehmen. ( Dafür gab es aber von der DB das Geld für das Ticket zurück) Die Anreise ist zwar sehr lang, aber wenn man bedenkt, dass man von z. B. Meran wieder nach Oberstdorf muss um das Auto zu holen, die Parkgebühren berücksichtigt, kann man von Meran bzw. Bozen für ganz kleines Geld, mit dem Flix Bus, nach Hause reisen.

 

Mitten in Oberstdorf liegt das Hotel Garni Regina, gut und günstig gelegen. Für Gäste mit besonderen Frühstückswünschen wie Gluten- und oder Lactoseunverträglichkeit, braucht man sich nur vorher anmelden und bekommt einen reichlich gedeckten Tisch. Es war wunderbar und besonders lecker. Die Zimmer waren sauber und wir hatten einen sehr schönen Ausblick. Aber auch das Landhotel Guben eignet sich wegen der Lage. Man erreicht es nach ca. 1 Stunden Gehzeit ab Oberstdorf- Bahnhof, da es direkt auf dem Weg zur Spielmannsau liegt.

 

... und dann geht es endlich los.... 20.07.2016

 

Auf dem Weg zur Spielmannsau wurden wir mit atemberaubenden Alpenkulissen auf unseren Aufstieg belohnt. Es ging für uns zumindest zu Fuß und nicht per Taxi oder Kutsche, durch das herrliche Trettachtal an der rauschenden Trettach entlang.  Ab der Materialseilbahn der Kemptner Hütte unten im Tal, beginnt der Aufstieg. Und spätestens nach den ersten 500m wird dir klar, was du dir vorgenommen hast. Es geht berauf, stätig in Kehren mal links mal rechts bergauf. ca. 1000hm und hin und wieder siehst du die Berggipfel. Zunächst aber schlängelst du dich durch ein Biotop an wunderschönen grünen Pflanzen und Bäumen vorbei.  Man könnte fast glauben, man sei im Amazonas, da durch die drei Quellflüsse der Iller ein ganz besonders Klima herrscht.

...Zum greifen nah, du siehst die Hütte, aber zuerst musst du über den Sperrbachtobel. Er gilt als einer der wildesten Lawinenschluchten des Allgäus. An unserem Aufstiegstag, lag dort kein Schnee, wir nutzen aber das frische Wasser dass am wuchtigen Felskratzer herunterplätscherte und kühlten uns ab.

 

Danach mussten wir noch einmal alle Kräfte mobilisieren, die letzten Kehren im langen Aufstieg bewältigen um endlich anzukommen - in der ersten Hütte.

Die Kemptner Hütte ist sehr gut organisiert und flexibel. Auch spontane Gäste wie 15 junge Damen,  an diesem Abend, wurden im Notlager mit Matratzen aus dem Schuppen versorgt. Keiner musste gehen zur späten Stunde.

Die Smartphones und Powerbanks können am Emfang zum Aufladen abgegeben werden.

Toller Service aber nicht nur dass, sondern auch dass trotz wahnsinngem Gästeverkehr, die Hüttenwirte für die noch so kleinste ( oder dämlichste) Frage ein Ohr und eine passende, ausführliche und ruhige Antwort hatten. Sehr löblich - Herzlichen Dank noch einmal .... Eure Wanderscha ....

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Kommentare: 2
  • #1

    Anja Maier (Mittwoch, 08 März 2017 17:06)

    Sehr schöne Bilder, über die Alpen möchte ich auch mal wandern. Freue mich über weitere Infos.
    Danke und viele Grüße Anja Müller

  • #2

    Wilhelm Rasch (Freitag, 10 März 2017 12:18)

    Wunderbare Bilder, den Rother benutze ich auch immer für meine Wanderungen. Meine Frau und ich wandern schon seid Jahren, aber inzwischen nur noch kleinere Wanderungen aber immer in den Alpen.

    Grüß Gott, Familie Rasch


Von Kemptener Hütte(1844m) nach Memminger Hütte(2242m)

 

Kemptener Hütte - Untere Roßgumpenalpe - Holzgau über die längste Hängebrücke Österreichs- - Memminger Hütte Länge: 23,2 km. Gehzeit: ca. 6 Stunden Auf: 1623hm, Ab: 1223hm

 

Am Morgen hieß es - sehr früh aufstehen! Mein Gott, waren wir müde. Es brannte die ganze Nacht Licht und ständig ging jemand auf die Toilette. Wir auch! Aber so ist es nun mal auf den Hütten.

 

-Man muss es lieben oder sollte es lassen-

 

 Das Frühstück war einfach aber lecker. Müsli und Kaffee… und dann los.

 

Auf der 2. Etappe des E5, geht es vom Allgäuer auf den Lechtaler Hauptkamm und man verlässt Deutschland.

In der Ferne kann man den Weg schon erahnen, aber laufen ist etwas völlig anderes.

 

Rucksack auf, der an diesem Tag besonders schwer war - und mit gefühlten 50 anderen Alpenüberqueren ging es los. Keine Sorge, es verteilt sich ganz schnell, weil jeder ein anderes Tempo hat!

 

Das schön an einer Alpenüberquerung ist, dass man nicht alleine ist, wenn man es nicht möchte. Die Meisten, mit denen du die Etappe beginnst, siehst du immer wieder. Inzwischen hatten auch wir uns schon netten Leuten angeschlossen und so stiegen wir zum Mädelejoch (1974m) hinauf. Vorbei am Kratzer ( rechts 2427m) und Muttlerkopf ( links 2366m).

Der Aufstieg ist ziemlich „knackig“ zumal die Beine noch vom Vortag etwas schwer waren. Nach der Grenze wird es steinig und felsig und der Abstieg ist schwierig, aber nicht im Vergleich zu dem was uns die Tage noch erwartete. Man muss aufpassen und es erwies sich als sehr nützlich Teleskopstöcke dabei zu haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Teststöcke der Firma Leki. Ein Herzliches Dankeschön noch mal an dieser Stelle. Mittlerweile besitze ich natürlich eigene Stöcke: Leki Micro Vario Ti System - Dankeschön noch einmal an den edlen Schenker - ich werde immer an Dich denken!

 

Der felsige Abstieg zieht sich und verwandelt sich später in einem geröllartigen Pfad.

 

Der Regen erschwerte die Trittsicherheit, daher waren wir recht langsam unterwegs. Im Rother Wanderführer sind mehrere Abstiegsvariante beschrieben und auch Hinweise wann die Jausenstation für eine Pause endlich kommt. Es gibt Hinweise für Abstecher  z. B. wie du zu anderen Hütten kommst, oder dem Roßgumpenwasserfall, den wir aber links liegen lassen.

 

Um nach Holzgau zu kommen entschieden wir uns ganz spontan für die Variante b) über die längste Hängebrücke Österreichs.

Holzgau bietet sich zum Pausieren an. Dort gibt es Einkaufsmöglichkeiten, eine Bank und auch ein Sportfachgeschäft um nachzurüsten. Wir mussten hier erst einmal neue Schuhe kaufe, da sich beim Abstieg herrausstellte, dass die Wanderstiefel meiner Tochter zu klein waren.

 

Wir kauften ein paar tolle Lowa Renegade GTX. Der Wanderstiefel hat einen stabilen Schaft und ist aus Nubukleder. Er eignet sich hervorragend für Wanderungen auch außerhalb von befestigten Wegen, dass ist unsere persönliche Meinung. Das GORE-TEX® Futter macht den Schuh absolut wasserdicht und bietet besten Klimakomfort. Leider wurden wir nicht gut beraten und er war dann doch etwas zu groß. Ob dies, zu dem tragischen Unfall geführt hat, lässt nur vermuten, jedefalls sind wir erst einmal frohen Mutes weiter.....

 

Direkt am Brunnen fährt ein Bustransfer zur Materialseilbahn und weil der Abstieg mit 1000hm in den Knien zu spüren war, bot sich dies als eine besonders gute Alternative an. Stattdessen kann man auch auf eine Teerstraße unspektakulär zum Aufstieg der Memminger Hütte wandern.

In Holzgau gibt es kostenfreies WLAN in allen Cafes und Restraunts. Einkehren und etwas Verzehren ist Voraussetzung.

 

Die Materialseilbahn der Memminger Hütte bietet einen Rucksacktransport an, den wir aber nicht nutzten.

Wir sind direkt über die kleine Brücke des Parseierbachs verschwunden, während die anderen Wanderer noch Stunden drauf warteten (wie sich später rausstelle) um ihren Rucksack hoch transportieren zu lassen.  Der Aufstieg folgt nun in Kehren durch Latschenkiefer. Ein Blick zurück lohnt sich, nicht nur um durchzuatmen sondern die Landschaft zu genießen. Nach einigen Höhenmetern sind die Allgäuer und Lechtaler Berge wie im Bilderbuch zu sehen.

 

Weiter ging es zäh und müßig, ein ankommendes Gewitter machte es uns nicht leichter. Von weitem hörten wir schon das Donnern und Blitzen und automatisch wurden wir schneller, was bei einem konstantem Anstieg ganz schön in die Beine und auf die Luft geht, zumal diese immer dünner wurde. Während uns der Regen ins Gesicht peitschte, versprach ich meiner Tochter immer wieder:„Nach der nächsten Kurve sind wir da“!

Kleine Bergwanderlügen sind erlaubt....

 Egal bei welchem Wetter, es wird der Seevogel (2412m) umwandert, mit ein wenig Glück, sieht man Steinböcke behände im Felsen hin- und herspringen. Vorsicht ist geboten beim Überqueren des Bachs. Das Wasser des Wasserfalls peitsch heftig hinunter, und über einen sehr schmalen sowie steinigen Pfad, Gott sei Dank Seilverhangen, treten sich schnell Steine los. Und dann endlich, nach der x-ten Kurve kamen wir im Kessel an, von dort aus, ist endlich die Memminger Hütte zu sehen – und dann ging für uns im wahrsten Sinne des Wortes, die Sonne auf.


 

Von Memminger Hütte(2242m) nach Zams(775m)

 

Memminger Hütte - Schweinrücken - Oberlochalm - Teufelskar - Schmiedlerskreuz - Hundsfalle - Lötz - Zams

 

 Länge: 15 km. Gehzeit: ca. 6 Stunden

 

Von Zams(775m) nach Gletscherstübele(1891m)

 

Zams - Krahberg - Venetberg - Wannejöchl - Kreuzjoch - Larcheralm  - Wenns - Mittelberg - Gletscherstübele - Wssf. Pitze - Grabkogel - Silbergrube

 

Länge: 20 km. Gehzeit: ca. 9 Stunden

 

 Gletscherstübele(1891m) nach Martin-Busch-Hütte(2501m)

 

Braunschweiger Hütte - Pitztaler Jöchl - Rettenbachferner - Tiefenbachferner - Weißkarsee - Vent - ( Niedertal Alm - Schäferhütte - Martin-Busch Hütte)

 

Länge: 30,9 km Gehzeit 8 Stunden

 

Martin-Busch-Hütte(2501m) über Similaunhütte(3019m) - Niederjoch (3209m) / Ötzifundstelle nach Meran / Vernagt(1711m)

 

Wssf. Pitze - Grabkogel - Silbergrube-Martin-Busch-Hütte - Similaunhütte - Tisenhof - Meran / Vernagt

 

Lange 12,5 km Gehzeit 5 Stunden + 2 Std. Ötziabstecher

 

 

 

Von Meran(330m) / Meraner Hütte nach Bozen

 

Meraner Hütte - Kreuzjoch - Kampidell - Breitwies - Rabenhügel - Jenesien - St. Georgen - Rentsch - Bozen

 

 Länge: 28 km. Gehzeit: ca. 8,15 Stunden